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REMIT/EMIR
Die Dinge ganzheitlich sehen – IT, Prozesse, Organisation und Compliance im Fokus

Eine Vielzahl an Regularien soll dafür Sorge tragen, dass sich eine finanzielle Krise und deren Auswirkungen so wie wir sie derzeit beobachten können, nicht noch einmal wiederholt. Auch die  Energiewelt ist durch einige Regularien betroffen, aktuell insbesondere durch REMIT (Regulation on wholesale Energy Market Integrity and Transparency) und EMIR (European Market Infrastructure Regulation).

Was beinhaltet REMIT?
Seit Dezember 2011 ist die EU-Verordnung REMIT in Kraft. Sie betrifft innerhalb der EU entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette Energieerzeugungsunternehmen, Energiehändler, EVU, Übertragungsnetzbetreiber sowie große Energieverbraucher. Ziel von REMIT ist es, Marktmanipulation sowie Insiderhandel durch die Veröffentlichung systemrelevanter Daten zu verhindern und durch Datensammlung nachweisbar zu machen. Zusätzlich zu den bereits heute geltenden Veröffentlichungspflichten, kommen im Laufe des Jahres 2013 weitere Meldepflichten zu Fundamental- und Handelsdaten hinzu, die zentral an die Regulierungsbehörde ACER zu melden sind.

Was beinhaltet EMIR?
Im August 2013 ist die EU-Verordnung EMIR in Kraft getreten. Ziel von EMIR ist es, die durch außerbörslich gehandelte OTC-Derivate entstehenden systemischen Risiken zu reduzieren. Dazu ist die Abwicklung dieser Handelsgeschäfte über sogenannte "central counterparties" (CCP) verpflichtend. Die OTC-Derivate sind an Transaktionsregister zu melden. Um weiterhin erfolgreich an den Handelsmärkten zu agieren, müssen auch EVU ihre Geschäftsprozesse und IT vor dem Hintergrund der neuen Regelungen untersuchen um ggf. notwendige Änderungen vornehmen zu können. Die am 15. März 2013 veröffentlichen technischen Standards hinsichtlich der OTC-Derivate, dem Risikomanagement, Anforderungen an die central counterparties und an das Reporting an die Transaktionsregister geben dabei die Anforderungen vor. Derzeit werden weitere technische Standards entwickelt, insbesondere hinsichtlich der bilateralen Besicherung.

Welche konkreten Auswirkungen ergeben sich aus REMIT und EMIR für energiewirtschaftliche Unternehmen?
Um Marktmanipulation und Insiderhandel zu verhindern und die im OTC-Handel entstehenden systemischen Risiken zu reduzieren hat die Europäische Union im Rahmen von REMIT und EMIR einen ersten Rahmen gesetzt und wird diesen in der kommenden Zeit weiter eingrenzen. Weitere Anforderungen ergeben sich für deutsche Unternehmen darüber hinaus aus dem Marktstellentranzparenzgesetz (MTG).

Nicht alle sich aus REMIT und EMIR ergebenden Anforderungen beziehen sich auf EVUs. Momentan ist im Markt auf zwei verschiedenen Ebenen eine gewisse Unsicherheit festzustellen:

  1. Auf der inhaltlichen, fachlichen Seite gilt es, unter ständiger Beobachtung der Entwicklung, einen klaren Blick für die für das eigene Geschäft relevanten Anforderungen zu gewinnen bzw. zu behalten.
  2. In der Umsetzung ergeben sich neben der flankierenden inhaltlichen Dimension in den folgenden drei Dimensionen Handlungsbedarf:
    a. Organisatorisch-prozessual
    b. IT
    c. Compliance

Insbesondere die hohe Meldefrequenz und Veröffentlichungspflichten bewirken für energiewirtschaftliche Unternehmen hohe Anforderungen sowohl an die IT als auch an die Organisation. Neben der Kommunikation mit den Marktteilnehmern und der Einbindung in die bestehende IT-Landschaft müssen auch Grad und Ausprägung der Rechteverwaltung, die Datensicherheit und insb. die Zukunftsfähigkeit durch Flexibilität und Erweiterung berücksichtigt werden. Für Unternehmen einer bestimmten Größe werden die Anforderungen der Anstoß sein, sich (noch einmal) intensiv mit der Make-Or-Buy-Frage auseinanderzusetzen. Denn schließlich müssen neben den genannten IT-relevanten Themen auch die Organisation und die Mitarbeiter auf die neue Situation vorbereitet werden, was neben den prozessualen Änderungen einen nicht zu unterschätzenden Arbeitsaufwand mit sich bringt. Notwendige Schulungen und die Einführung sog. „Chinese Walls“ sind nur zwei Stichworte in der aktuellen Diskussion.

Welche Vorgehensweise bietet sich an? Wie wir Sie unterstützen können!
Unternehmen die sich für REMIT und EMIR „fit machen“ wollen, müssen unter Klärung der internen Projektleitung und -verantwortlichkeit ein Projektmanagement etablieren, das in jeder Hinsicht der Komplexität, der Relevanz und des vom Gesetzgeber vorgegebenen straffen Zeitplans, dem Thema gerecht wird.

Dazu ist es wichtig, die Anforderungen nicht nur inhaltlich zu kennen, sondern auch eine klare Vorstellung über ihre Auswirkungen auf das eigene Unternehmen zu haben. Davon ausgehend können ergebnisorientierte und praktikable Lösungsansätze in den Dimensionen Organisation und Prozesse, IT sowie Compliance gewonnen werden.  

Wenn Sie sich unsicher sind, ob und wenn an welchen Stellen Sie noch Handlungsbedarf haben, fragen Sie unseren REMIT/EMIR-Check nach. Wir erarbeiten gemeinsam mit Ihnen alle notwendigen Schritte für Ihr Unternehmen. Auch begleiten wir Sie gerne mit unserer Expertise bei der Umsetzung des von Ihnen bereits identifizierten Handlungsbedarfs.