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sbc-Energie-Radar KW 21/2026: GModG beschlossen, §14a Steuerkette live, Wärmeplan-Endspurt

sbc soptim business consult GmbH

sbc-Energie-Radar

Ausgabe 12 • KW 21/2026

18. Mai 2026 • Was diese Woche trägt: Das GEG ist Geschichte – das Kabinett beschließt das GModG. Sechs Wochen vor dem Wärmeplan-Stichtag wird klar, wer liefert und wer nicht. Und im Niederspannungsnetz fliegt die erste §14a-Steuerkette im Realbetrieb.

 

■  Das Wichtigste – kurz & knapp

  • Kabinett beschließt Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Am 13. Mai hat das Bundeskabinett den GModG-Entwurf abgesegnet. Die 65-Prozent-Pflicht für Erneuerbare beim Heizungstausch entfällt, eine „Bio-Treppe“ ab 2029 ersetzt sie. Inkrafttreten verschoben auf 1. November 2026. (Bundesregierung, Haufe)
  • Wärmeplan-Endspurt: Sechs Wochen vor dem Stichtag 30. Juni haben laut dena-Updatebericht erst 56 Prozent der Großstädte ihre Planung abgeschlossen – 44 Prozent sind noch im Prozess. (Der Neue Kämmerer)
  • Heizungsmarkt kippt: 2025 wurden in Deutschland 299.000 Wärmepumpen verkauft – Marktanteil 48 Prozent. Erstmals mehr als Gasheizungen. Vorjahr noch 27 Prozent. (dena)
  • §14a EnWG: erste End-to-End-Steuerkette im Realbetrieb: SMIGHT, Thüga SmartService und Robotron haben den gesamten Prozess vom Engpasssignal bis zur quittierten Schalthandlung an der Steuerbox standardkonform abgebildet – Blaupause für alle Verteilnetzbetreiber (VNB). (stadt+werk)
  • GASAG verdoppelt Jahresüberschuss: Die Berliner GASAG-Gruppe meldet 102 Mio. Euro Überschuss (Vorjahr 58 Mio.) und kräftige Investitionen in Wärmenetze. (stadt+werk)
 

■  Im Fokus

GModG ist beschlossen: Heizungsgesetz adieu – was jetzt für Versorger gilt

Am 13. Mai hat das Bundeskabinett den Entwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen – nach monatelangem Ressort-Streit, kurzer Verbändeanhörung und Bedenken aus dem Umweltministerium. Vorher galt: Wer eine Heizung tauschte, musste über das Gebäudeenergiegesetz (GEG, „Heizungsgesetz“) 65 Prozent Erneuerbare einbinden. Jetzt gilt: Die 65-Prozent-Regel entfällt komplett. An ihre Stelle tritt eine „Bio-Treppe“ mit gestaffelten Anteilen grüner Brennstoffe (10 Prozent ab 2029, 60 Prozent ab 2040). Das Verbot fossiler Brennstoffe ab 2044 wird gestrichen, Evaluierung erst 2030. Was das bedeutet: Gas- und Ölheizungen bleiben legal – und damit auch der Vertriebskanal „Gaskessel light“. Gleichzeitig wird das Inkrafttreten auf den 1. November 2026 verschoben. Bundestag und Bundesrat müssen vor der Sommerpause durch. Der Normenkontrollrat nennt den Entwurf „in weiten Teilen kaum verständlich“.

Relevanz für sbc

Stadtwerke müssen ihre Wärme- und Vertriebsstrategien neu durchrechnen: Wer in Gaskessel verkauft, hält Kunden – verlängert aber das Gasnetz-Risiko. Wer auf Wärmepumpe oder Fernwärme setzt, profitiert mittelfristig. Klares Beratungsfenster für Szenario-Analysen zwischen kommunaler Wärmeplanung, Verteilernetzentwicklungsplan und Vertriebsportfolio.

Wärmeplanung: Sechs Wochen bis zum Stichtag – jede zweite Großstadt im Verzug

Am 30. Juni 2026 endet für alle Kommunen über 100.000 Einwohner die gesetzliche Frist zur Vorlage eines kommunalen Wärmeplans – geregelt im Wärmeplanungsgesetz (WPG). Der dena-Updatebericht vom April zeigt einen ambivalenten Stand: 56 Prozent der Großstädte haben ihre Planung abgeschlossen, 44 Prozent stecken noch mittendrin. Bei mittleren Gemeinden (10.000–100.000 Einwohner, Frist 30. Juni 2028) liegen 84 Prozent im Plan oder sind fertig – die kleineren sind also weiter als die Großen. Hintergrund: Großstädte haben heterogenere Quartiere, mehr Stakeholder, längere Beteiligungsverfahren – und häufig ältere Datenlagen, die erst aufbereitet werden müssen. Wer den 30. Juni reißt, riskiert nicht nur politische Kritik: Solange kein rechtskräftiger Plan vorliegt, gelten verlängerte Übergangsregelungen beim Heizungstausch – und der ohnehin nervige Schwebezustand zwischen GEG-Alt und GModG-Neu zieht sich.

Relevanz für sbc

Klassisches Brennfenster: Kommunen, die jetzt noch im Verzug sind, brauchen schlanke Beschleunigungsformate – Konsultationsmanagement, Beschlussvorlagen, Quartiers-Cluster. Für abgeschlossene Pläne wartet die nächste Welle: Umsetzungsfahrpläne, Quartiers-Roadmaps, Anschlusspriorisierung. Beratungsfenster ist offen, schließt sich aber Ende Juni – gilt es jetzt zu adressieren.

§14a EnWG: Erste durchgängige Steuerkette geht live

SMIGHT, Thüga SmartService und Robotron haben Anfang Mai gemeldet, dass sie erstmals eine vollständige Steuerkette nach §14a EnWG im Realbetrieb umgesetzt haben – vom messdatenbasierten Engpasssignal in der Ortsnetzstation bis zur quittierten Schalthandlung an der Steuerbox im Feld. Vorher: §14a war regulatorisch beschlossen (Wallboxen, Wärmepumpen, Speicher können netzdienlich gedimmt werden), aber niemand hatte die Kette durchgängig im Wirkbetrieb gezeigt. Es gab Pilotmodule, aber keinen Ende-zu-Ende-Prozess. Jetzt: SMIGHT liefert Messtechnik und MSB-Gateway, Robotron das Backend mit BDEW-Web-API und CLS.EEDI, Thüga SmartService das CLS-Management und die Zertifikatsverwaltung. Marktkommunikation läuft über die Smart-Meter-PKI (Public-Key-Infrastruktur). Was das heißt: VNBs (Verteilnetzbetreiber), die §14a bisher als „technisch noch nicht reif“ abgestempelt haben, verlieren das Argument. Eine skalierbare Blaupause ist da.

Relevanz für sbc

Für VNB-Kunden ist das der Reife-Tipping-Point: Es geht nicht mehr um „ob“, sondern um „mit wem“ und „in welcher Architektur“. Beratungseinstieg: Make-or-buy-Analyse, Marktkommunikationsbereitschaft (UTILMD-/MSCONS-Strecken), Smart-Meter-Gateway-Strategie, IT-Roadmap zwischen GIS, ERP, Niederspannungsleitsystem und CLS-Management. Wer jetzt nicht plant, baut später retrofit.

Wärmepumpe schlägt Gasheizung – erstmals seit Jahrzehnten

Der dena-Updatebericht vom April zeigt eine Wendepunkt-Zahl: 2025 wurden in Deutschland rund 299.000 Wärmepumpen verkauft – Marktanteil 48 Prozent an allen neu abgesetzten Heizungsanlagen. Zum Vergleich: 2024 lag der Wärmepumpen-Anteil noch bei 27 Prozent. Erstmals werden damit mehr Wärmepumpen verkauft als klassische Gasheizungen. Parallel gewinnt das serielle Sanieren an Boden: 2025 wurden über 1.000 Förderanträge für Projekte mit vorgefertigten Fassadenelementen bewilligt, das entspricht über 6.000 Wohneinheiten. Trotzdem bleibt die strukturelle Diagnose: 60 Prozent der Wohngebäude stammen aus Baujahren vor 1979, mehr als fünf Millionen Heizungen sind älter als 30 Jahre. Der Wärmepumpen-Anteil im Bestand liegt erst bei 4,3 Prozent. Der Markt dreht – aber langsam.

Relevanz für sbc

Diese Zahl ist Gesprächsgold beim nächsten Kundentermin – und Pflichtargument in jedem Vertriebs- und Netzstrategie-Workshop. Für Stadtwerke bedeutet die Verschiebung: Stromverbrauch im Niederspannungsnetz wird steigen, Gasabsatz weiter sinken (BDEW rechnet mit –30 bis –40 Prozent bis 2030). Beratungsthema: parallele Netzplanung Strom/Gas, Wärmepumpentarife, Lastflexibilisierung – und ein realistisches Gasabsatz-Run-down-Szenario im Wirtschaftsplan.

 

■  Longread der Woche

Energy Sharing startet am 1. Juni – und Stadtwerke dürfen nicht mitspielen

In knapp zwei Wochen wird §42c EnWG scharf gestellt: Energy Sharing – die gemeinschaftliche Nutzung von Strom aus erneuerbaren Anlagen über das öffentliche Netz. Und ausgerechnet Stadtwerke, deren Hauptzweck Energieversorgung ist, sind als Lieferant explizit ausgeschlossen. Die zfk-Analyse seziert vier strategische Rollen, die Stadtwerken bleiben: Dienstleister, Plattformbetreiber, Bilanzkreisverantwortlicher, Reststromlieferant. Die Kernfrage: Wer die Kundenschnittstelle abgibt, verliert sie. Wer den Aufwand unterschätzt, scheitert an der operativen Komplexität. Wer nichts tut, sieht ab Juni Konkurrenz, wo vorher Vertrag war. Pflichtlektüre für alle, die in den nächsten zwei Wochen noch eine Position finden müssen.

→ zfk: Energy Sharing – welche Rolle Stadtwerke einnehmen sollten

 

■  Anknüpfungspunkte – Themen, die sich weiterentwickeln

Aus KW 19 (GModG-Verzögerung): Damals hingen Referentenentwurf und Verbändefrist in der Luft, die Ressortabstimmung war blockiert. Jetzt ist der Entwurf durchs Kabinett – der Zeitplan für das Inkrafttreten zum 1. Juli ist allerdings gerissen. Neuer Zieltermin: 1. November 2026.

Aus KW 18 (Smart-Meter-Bußgelder): Die 77 BNetzA-Verfahren gegen Nachzügler-Messstellenbetreiber laufen weiter. Die §14a-Realbetrieb-Meldung diese Woche unterstreicht: Wer iMSys verzögert, kann §14a auch operativ nicht umsetzen – selbst wenn die Technik jetzt verfügbar ist. Gateway, PKI, BDEW-Web-API – ohne intelligentes Messsystem geht nichts davon.

Aus KW 17 (Herne-Wärmepumpe / Iqony): Die kommunale Wärmeplanung Essen, die mit Iqony und Stadtwerke Essen ihr Joint Venture vorantreibt, wird in den nächsten sechs Wochen zum Prüfstein. Der Hochtemperatur-Pilot in Herne hat geliefert – jetzt entscheidet sich, wie viele Stadtteile in Essen an den Wachstumspfad angeschlossen werden.

 

■  NRW & Essen – regional

ANGA COM Thementag Stadtwerke & Kommunen – 21. Mai, Köln. Kostenfreier Thementag für kommunale Netzbetreiber: Glasfaser, Regulierung, Rechenzentren, neue Geschäftsmodelle. Für Stadtwerke und Kommunen ist Eintritt zur ANGA COM an diesem Tag komplett kostenfrei. (Details)

Wasserstoff bewegt – 27. Mai, online. NRW.Energy4Climate setzt seine Wasserstoff-Reihe fort, vierte Ausgabe zum Schwerpunkt Mobilität. Für alle, die zwischen H2-Kernnetz, Stadtwerken und Flottenelektrifizierung navigieren müssen. (NRW.Energy4Climate Events)

IN4climate.RR-Konferenz Industrietransformation – 9. Juni, Bergheim. Industrietransformation im Rheinischen Revier: NRW.Energy4Climate, Wirtschaft und Politik diskutieren in Bergheim, wo der Strukturwandel konkret Energie braucht.

Essener Wärmewende: Die Stadtwerke Essen und Iqony Fernwärme haben ihre Partnerschaftsvereinbarung um technische Synergien erweitert – konkret um die Verknüpfung von Niedertemperatur- und Hochtemperatur-Fernwärmesystemen. Vor dem Hintergrund des 30. Juni-Stichtags und der KW­P-Beschlüsse im Rat ein relevanter Baustein für die kommende Umsetzungsphase. (LokalKlick)

 

■  Smalltalk-Stoff

48 Prozent

der 2025 verkauften Heizungen waren Wärmepumpen

Vor einem Jahr noch 27 Prozent. Zwei Punkte zur Pointe: Erstens, der Markt dreht schon, bevor das GModG die 65-Prozent-Pflicht streicht. Zweitens, das ist Absatz – nicht Bestand. Im Bestand liegt der Wärmepumpen-Anteil immer noch bei 4,3 Prozent. Die Trendwende ist da, die Aufholjagd dauert.

 

5 Millionen

Heizungen in Deutschland sind älter als 30 Jahre

Das ist die zweite Hälfte der dena-Geschichte. Während Berlin die Heizungsregeln neu schreibt, läuft im Heizungskeller die Zeit ab – physisch. 5 Millionen Kessel, die in den nächsten Jahren ohnehin getauscht werden müssen, unabhängig davon, was der Bundestag entscheidet.

 

■  Vertiefung – Themen für die Beratung

Zu den dominanten Themen dieser Ausgabe findet ihr auf unseren Themenseiten den fachlichen Hintergrund – nützlich für Kundengespräche und Angebotsentwicklung:

GModG, Wärmeplan-Endspurt, Wärmepumpen-Wende:
Wärmewende umsetzen – vom Plan zur Wirklichkeit →

§14a EnWG, Steuerkette, Verteilnetzbetrieb:
Netztransformation – vom Auftrag zur Steuerung →

Energy Sharing, neue Geschäftsmodelle:
Innovation in der Energiewirtschaft – von der Idee zum Geschäftsmodell →

 

sbc soptim business consult GmbH • Essen. Wir sind die Beratung für die Energiewirtschaft zu Smart-Meter-Rollout, Wärmewende, Netztransformation, Innovation und Digitalisierung.

Dieser Newsletter wurde vollständig mit Künstlicher Intelligenz (Claude von Anthropic) generiert und redaktionell nicht nachgeprüft. Links und Fakten bitte vor Weitergabe verifizieren.

Ausgabe 12 • KW 21/2026 • 18. Mai 2026

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